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   9.02.15 01:00
    Hallo..., Hebamme wollt

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Es ist kein schöner Beruf!

Jede von uns kennt es: "Hebamme? Das ist aber ein schöner Beruf!"

Nein, das ist es nicht. Wir haben keinen schönen Beruf. Es ist anstrengende, zehrende, aufreibende, dazu noch schlecht bezahlte Arbeit. Wenig geschätzt in vielen Kreisen, lange verteufelt und verfolgt. Auch heute noch müssen wir uns gegenüber so vieler Personen durchsetzen - die bösen Kinderärzte, die weder unsere Kompetenzen schätzen noch unseren Aussagen glauben; die Gynäkologen, die IGEL-Leistungen verhökern wollen und Frauen Angst einjagen; und nicht zuletzt die Eltern, die wir betreuen, die jeden Tipp im Internet nachrecherchieren und im Zweifelsfall dann doch etwas ganz anderes tun. Väter, die uns als Nicht-Weisskittel einfach nicht ernst nehmen wollen und keine Ahnung habe, welche Aus- und Weiterbildungen wir absolvieren (müssen).

Es ist kein schöner Beruf.

Wir sehen Familien entstehen, begleiten Geburten, diese wundervollen ersten Atemzüge eines Kindes. Die Kraft der Frauen, die sie selbst überrascht. Väter, die völlig gerührt sind, sich nach der Geburt kurz nach draußen verabschieden und mit nassgeweintem Hemd wieder hereinkommen. Das ist alles wunderbar.
Frauen, die einfach so stillen - oder übrigens auch nicht! Die sich ganz selbstbestimmt dafür entscheiden, eben nicht zu stillen.
Eltern mit Verständnis für ihr Kind. Die es so nehmen, wie es ist, es bei sich schlafen lassen und nicht verlangen, dass es gleich im eigenen Bettchen schläft. Sowas ist schön, ein schöner kleiner Teil meines Berufes.

Acht Hausbesuche am Tag fahren, im Auto essen, nebenbei klingelt das Telefon beinah unaufhörlich. Alle wollen etwas. Suchen dringend noch eine Hebamme, wussten ja nicht, dass sie eine brauchen. "Ich habe letzte Woche schon zwei Mal versucht, Sie zu erreichen!"
Am Wochenende, an Feiertagen, teilweise zu unchristlichen Zeiten. Auch nachts erreichbar sein.
Acht Frauen in einem Kurs zu unterhalten. Gute Stimmung machen. Weinende Babies schuckeln, während Mama ihre Beckenbodenübungen macht. Zuhause warten Steuerunterlagen, die Abrechnung, der unendliche Stress mit Abrechnungsstellen. Kurse verwalten, Anmeldungen verschicken, ja nichts durcheinanderbringen.
Und immer ein offenes Ohr für jede Frau, jeden Mann, jedes Kind, jedes Problem.
Paare mit gesunden, nahezu von ganz alleine wunderbar gedeihend -

und die Paare, die ein krankes oder behindertes Kind bekommen. Die ein Kind verlieren. Die überfordert sind und im Alltag nicht zurecht kommen. Auch da sind wir Ansprechpartner. Wir trösten, wir leiden auch mit. Wir wollen helfen, aber oft können wir es nicht.
Muss man erst resignieren? Ich weiß, man kann vieles nicht ändern.
9.2.15 00:25


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Erster Eintrag

Einen derartigen oder ähnlichen Artikel findet man sicherlich auf jedem Blog. Warumwiesoweshalb ein Blog? Wieso von gerade dieser Person, was gibt es da schon Tolles zu berichten? Nun. Ich blogge schon lange, mal mit mehr, mal weniger Motivation. Früher sehr auf mein pubertierendes Seelenleben ausgerichtet, dann pseudophilosophisch, dann über Musik. Irgendwann auch mal über berufliche Dinge, wichtige Links, neue Studien etc. Hier nun etwas mit wesentlich weniger Hintergrundarbeit. Ich möchte einfach darüber schreiben, was mir täglich so passiert. Schöne Moment bei Hausbesuchen, schlimme Zustände hinter sauberen Fassaden. Auch Missstände in Kliniken, bei Ärzten und Kolleginnen. Anonymisiert, verändert, aber alles in allem: real und aus dem "echten Leben" gegriffen.
9.2.15 00:10





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